Grundgedanke meines Modells SAFP®

Die Ängste, die daran hindern frei zu werden sind:
Wer bin ich dann noch ohne meine Ess-Störung?
Angst, die Besonderheit (dünn sein) zu verlieren und nichts mehr wert zu sein, Angst mit den eigenen Gefühlen/Problemen nicht anders umzugehen wissen;
Was kommst danach?
Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Versagen;

Wenn Betroffene das Gefühl haben, dass man ihnen die Ess-Störung „wegnehmen“ will, ihre Sicherheit, ihre (Schein)Selbstbestimmung, ihr „Leben“, dann wird man wahrscheinlich keinen Zugang bzw. Therapieerfolg haben. Sie werden sich weiter zurückziehen, sich in Folge noch belasteter und beschwerter fühlen und somit versuchen noch dünner zu werden.

Laut meiner langjährigen Erfahrung ist es so, dass die Ess-Störung – sei es Magersucht oder andere Formen – immer erst zum Schluss geht. Das heißt Betroffene können diese erst dann loslassen, wenn sie Ersatz dafür gefunden haben. Mein Grundgedanke ist Folgender (er umgeht die Ängste): „Ich kann erst etwas Altes (Ess-Störung) loslassen, wo ich weiß, dass es funktioniert, wenn ich etwas anderes dafür bekomme, wo ich erkenne, dass es besser funktioniert.“

Bezogen auf die Ängste bedeutet das:
„Was kommt danach“ => Betroffene können durch das Erkennen der Kraft der eigenen Gedanken und der daraus entstehenden Gefühle leichter die Eigenverantwortung für ihre Gedanken und Gefühlswelt übernehmen. Sie erkennen dass Gedanken und Gefühle untrennbar miteinander verbunden sind und dass sie ihnen nicht schutzlos ausgeliefert sind. Die Notwendigkeit des Zulassens aller Gefühle wird bewusst, da dies zu Freiheit und Liebe für sich selbst führt.

Wer bin ich dann noch? => Dies wird während der Therapie durch den Aufbau der Selbstthemen erarbeitet (Selbstmitgefühl, Selbstbild, Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstbestimmtsein usw.) Durch den Aufbau der Selbstthemen entwickeln die Betroffenen ein Gefühl für sich selbst, durch die Selbstfindung werden neue Lebensgeister geweckt. Sie lernen sich selbst wieder zu vertrauen, entdecken was sie eigentlich wollen (geben ihrem Leben einen neuen Sinn), lenken den Blick auf sich und beginnen sich somit selbst wieder wichtig zu nehmen (anstatt die Meinung der anderen und das was sie glauben zu sollen). So entsteht ein neues klares, starkes Selbstbild, dass ihnen Selbstsicherheit gibt.

Da sie erkennen, dass sie durch eigenverantwortliches Denken und Handeln ihr Leben ganzheitlich selbst bestimmen können und gleichzeitig ihren Selbstwert aufbauen gewinnen sie an Selbstsicherheit. Sie werden wieder lebendig und wollen – freiwillig – am Leben teilnehmen. Das bedeutet sie finden aus der dunklen gefühllosen Welt der Magersucht wieder zurück ins Leben. Frei und ohne Zwang – denn nur dies führt zu einer vollständigen Heilung bzw. Freiwerdung.