Meine Sicht zur Ess-Störung

Vom Verleugnen der eigenen Gefühle, zum Wunsch geliebt, gesehen und gehört zu werden bis zum einzigen Lebensinhalt. Jede Sucht ist eine Sehnsucht, in der Hoffnung, dass ein unerfülltes Gefühl gestillt wird.

Der Einstieg in die Ess-Störung
Situationen, die in dein Leben treten, überfordern dich. Du weißt nicht, wie du mit ihnen und deinen Gefühlen umgehen sollst und so scheint die einzige Lösung die Flucht in die Ess-Störung zu sein. Die Ess-Störung beschäftigt dich von nun an so sehr mit Essen, Kalorien, Gewicht, dass du jetzt keine Zeit mehr hast, um auf das eigentliche Problem zu schauen bzw. dich mit ihm auseinanderzusetzen.

Während der Ess-Störung
Zu Beginn findest du in der Ess-Störung eine Lösung. Die Ess-Störung bietet Stärke, Individualität, Selbstbestimmtheit, usw. Es ist etwas das dir ganz alleine gehört. Du bestimmst ganz alleine. Niemand hat hier Einfluss auf dein Leben. Mit der Ess-Störung bist du “selbstbestimmt(?)” – zumindest über deinen Körper. Mit der Zeit jedoch drängen sich Ängste auf, Schuld und Versagen dominieren und das Essen/Hungern wird immer unkontrollierter. Ein nie endender Teufelskreis beginnt…

Der Ausstieg
Beim Freiwerden muss man sich darüber klar sein, dass „Ich will die Ess-Störung weghaben“ nie das Ziel sein sollte! Warum?
… Weil man noch kein Ersatzverhalten bzw. eine Ersatzstrategie entwickelt hat
… Weil die Ess-Störung ja auch dient, mit Gefühlen/Situationen/Problemen umzugehen, die noch mehr verletzen als die Ess-Störung selbst.
… Weil Sie einen Zufluchtsort bietet, wenn es einem schlecht geht. Wohin sonst mit Wut, Trauer etc.
… Weil man sich eine „neue“ Persönlichkeit damit geschaffen hat (kein Selbstwertgefühl).

Eine kleine Geschichte über den Stillen Hunger mit Marie Stern.

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