Mein Weg der Ess-Störung

Mein Weg der Ess-Störung war prägend, verletzend und doch am Ende gewinnbringend.


 

Liebe Seele,

es tut mir leid, dass ich nicht auf dich gehört habe. Du hast mir gesagt, was richtig für mich ist. Du hast es mich fühlen lassen. Ich habe dir nicht geglaubt, weil andere gesagt haben, dass du mich belügst. Und so habe ich dich überhört. Ich habe deine Stimme der Gefühle unterdrückt. So wurdest du immer leiser bis ich dich nicht mehr hörte.
Doch wer war ich jetzt ohne Seele? Ich war nur mehr mein Körper und meine traurigen Gedanken. In diese habe ich mich auch geflüchtet. Mein Körper, der sich ständig zu dick anfühlte und meine Gedanken, die mich ständig mit Essen, Figur, Gewicht beschäftigten, sodass ich nicht über deinen Verlust nachdenken musste. So war meine Ess-Störung geboren.
Es tut einfach so weh. Ich habe Angst, wenn ich jetzt meinen Körper hergebe,  dass ich dann gar nicht mehr habe. Durch meine Ess-Störung werde ich wenigstens gesehen und gehört. Wenn ich die Ess-Störung wieder hergebe, wer bin ich dann noch?Ich habe Angst, dass ich dann wieder nichts wert bin und alles verliere. Ich habe Angst, dass ich unbeherrscht und unkontrolliert vom Leben verschlungen werde. Wie finde ich jemals heraus? Liebe Seele, wann kommst du wieder?

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